Blog / Befund
Sieben Praxis-Websites geprüft. Bei keiner gab es eine Preisseite.
Im September 2026 haben wir sieben Websites von Praxen mit Selbstzahlerleistungen ausgewertet. Was gefehlt hat, war bei allen dasselbe.
Kurz gesagt
- Geprüft
- Sieben Websites von Praxen mit Selbstzahlerleistungen, im September 2026.
- Befund
- Bei keiner gab es eine eigene Seite zu Ablauf, Dauer und Kosten der privaten Leistungen.
- Folge
- Wer bereit wäre, privat zu zahlen, findet auf der Website keinen Einstieg.
Was wir geprüft haben
Im September 2026 haben wir die Websites von sieben Praxen ausgewertet, die Selbstzahlerleistungen anbieten. Uns hat eine einzige Frage interessiert: Gibt es eine Seite, auf der ein Patient nachlesen kann, wie eine private Leistung abläuft, wie lange sie dauert und was sie kostet?
Dazu haben wir uns die Seitenstruktur angesehen, also das Menü und die Seiten darunter, und die Suchdaten der Praxen.
Was gefehlt hat
Bei sieben von sieben Praxen gab es diese Seite nicht. Die Leistung wird im Fließtext erwähnt, mehr nicht. In der Seitenstruktur stehen unter „Leistungen“ mehrere Seiten, der Zweig für Selbstzahler mit Ablauf und Kosten ist leer.
Zwei weitere Muster sind uns bei den geprüften Praxen begegnet:
- Der Anteil der Suchen nach dem eigenen Namen lag nahe 100 Prozent. Wer den Namen eingibt, kennt die Praxis schon. Die Nachfrage nach der Behandlung selbst landet bei anderen.
- In einer Praxis konkurrierten die eigenen Blogbeiträge um dieselbe Suche, acht zur Stoßwelle und fünf zur Frozen Shoulder, und verdrängten die Leistungsseite.
Warum das Anfragen kostet
Ein Patient, der eine private Leistung in Betracht zieht, will vor dem Anruf wissen, worauf er sich einlässt. Findet er dazu nichts, bleibt ihm nur der Anruf in der Praxis oder die Website einer anderen Praxis. Die Seite, auf der diese Entscheidung fällt, fehlt genau dort, wo freie Behandlungskapazität gefüllt werden soll.
Wie viele Anfragen das im Einzelfall sind, lässt sich aus unserer Prüfung nicht ableiten. Wir haben Strukturen ausgewertet, keine Umsätze.
Was auf eine solche Seite gehört
- Der Ablauf: was vor, während und nach der Behandlung passiert.
- Die Dauer: wie lange ein Termin dauert und wie viele Termine üblich sind.
- Die Kosten: was die Leistung kostet oder wovon der Preis abhängt.
- Die Grenzen: für wen das Verfahren nicht geeignet ist.
- Die Qualifikation: wer behandelt und mit welcher Erfahrung.
Was rechtlich möglich ist
Viele Praxen lassen diese Seite weg, weil sie Ärger mit dem Heilmittelwerbegesetz befürchten. Sachliche Information ist berufsrechtlich erlaubt: Verfahren erklären, Ablauf beschreiben, Grenzen benennen, Qualifikationen belegen. Was nicht geht, sind Heilversprechen. Was auf einer Selbstzahlerseite stehen darf und was nicht, behandeln wir in einem eigenen Beitrag.
So prüfen Sie Ihre eigene Website
- Öffnen Sie Ihr Menü und suchen Sie eine Seite, die eine private Leistung mit Ablauf, Dauer und Kosten beschreibt.
- Öffnen Sie die Google Search Console und filtern Sie die Suchanfragen heraus, die Ihren Namen oder den Praxisnamen enthalten. Was übrig bleibt, ist die Nachfrage nach Ihren Behandlungen.
- Geben Sie eine Ihrer Selbstzahlerleistungen zusammen mit Ihrem Ort bei Google ein und sehen Sie nach, welche Ihrer Seiten erscheint: die Leistungsseite oder ein Blogbeitrag.